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Ratgeber · Grundlagen
Was ist Real Life Gaming?
Der Begriff klingt nach Marketing, beschreibt aber etwas Konkretes: Spielmechaniken aus Videospielen, ausgeführt in echten Kulissen, über Stunden oder Tage, mit Menschen statt Pixeln.
Die Grundidee
In einem Shooter am Bildschirm sprintet man durch eine Ruine, sichert eine Ecke, entschärft eine Bombe. Real Life Gaming nimmt diese Abläufe und setzt sie in eine echte Ruine. Treffererkennung läuft über Infrarot-Signalgeber, technisch dieselbe Familie wie Lasertag, aber mit realistisch gebauter Ausrüstung. Es fliegt kein Projektil, es tut nichts weh. Der Unterschied zum Bildschirm ist trotzdem gewaltig, weil Erschöpfung, Dunkelheit und Orientierungslosigkeit nicht simuliert sind.
Vom Arena-Lasertag trennen das Genre zwei Dinge: Kulisse und Zeit. Statt Neonhalle bespielen die Anbieter stillgelegte Bunker, Industrieanlagen, ehemalige Gefängnisse und Waldgelände. Statt Runden von zehn Minuten laufen Missionen über Stunden, bei manchen Anbietern über Tage.
Wie ein Event abläuft
Ankunft und Registrierung, Sicherheitseinweisung, Ausgabe von Trefferweste und Signalgeber. Dann die Einführung ins Szenario: Wer bin ich, was ist mein Auftrag, wer ist der Gegner. Danach der Missionsbogen, meist in Wellen mit wechselnden Zielen: Bombenentschärfung, Geiselbefreiung, Punkte halten, Gegenstände beschaffen.
Bei langen Formaten kommt etwas hinzu, das Kurzevents nicht bieten: Zustandsverwaltung. Verpflegung wird rationiert oder über Missionen verdient, geschlafen wird im Freien, und nach der zweiten Nacht entscheidet man anders als am ersten Nachmittag. Genau darauf zielen die Mehrtagesanbieter.
Die Rolle der Darsteller
Der Unterschied zwischen einem guten und einem beliebigen Event liegt selten an der Technik, sondern am Personal im Feld. Darsteller spielen Gegner, Zivilisten, Infizierte oder Auftraggeber, reagieren auf das Verhalten der Gruppe und sorgen dafür, dass die Kulisse bewohnt wirkt. Ein Anbieter mit großem Darstellerpool kann Szenarien fahren, die mit drei Leuten nicht funktionieren.
Was man braucht
- Wetterfeste Kleidung in gedeckten Farben, die dreckig werden darf
- Festes, eingelaufenes Schuhwerk. Der häufigste vermeidbare Abbruchgrund sind Blasen
- Bei Mehrtagesevents Schlafsack und Isomatte
- Stirnlampe, am besten mit Rotlichtfunktion
- Ausrüstung, Trefferweste und Signalgeber stellt der Anbieter
Die verbindliche Packliste kommt mit der Buchungsbestätigung. Sie ernst zu nehmen lohnt sich, weil Nachbesserung im Bunker nicht vorgesehen ist.
Altersgrenzen und Kosten
Die meisten Anbieter setzen 18 Jahre voraus, teils wegen der Inhalte, teils wegen der Belastung. Die einzige Ausnahme im deutschen Markt ist Shootex mit 16 Jahren allein und 14 Jahren in Begleitung.
Verbindliche Listenpreise veröffentlicht kein Anbieter, weil Gruppengröße, Dauer und Standort einfließen. Grobe Orientierung: eine Stunde Outdoor-Lasertag liegt in einer anderen Größenordnung als 48 Stunden mit Verpflegung, Darstellern und Übernachtung. Wer plant, fragt bei zwei oder drei Anbietern parallel an.
Wer es in Deutschland anbietet
Fünf Anbieter, sehr unterschiedliche Produkte. Der vollständige Vergleich in acht Kategorien steht auf der Startseite.
- Frontline Experience, vier Standorte, 24 bis 72 Stunden
- Shootex, ein Standort bei Ulm, stundenweise, ab 14 begleitet
- Battlefield for Friends, vier Formatlinien, Extremvariante 7 Tage
- Fun Fighting Forces, zwei Standorte in Bayern, rund 6 Stunden
- Next Level Gaming, Insolvenzverfahren eröffnet